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Nierstein liegt am Rhein, auf halbem Wege zwischen der Karnevalshochburg Mainz und der Nibelungenstadt Worms. Nierstein ist wegen seiner Weine berühmt und das schon seit über 1200 Jahren. Niersteiner Winzer haben die Auswahl zwischen verschiedenen Böden, das macht den Wein so vielfältig. Für uns Querfeldeinfahrer stellt das Bodenangebot nicht direkt eine Bereicherung sondern eine besondere Herausforderung dar. Vor allem in der feuchteren Jahreszeit, erst Recht nach der Weinlese sind viele liebgewordene Routen nämlich nicht mehr befahrbar: Manche Böden wollen selbst vom flutschigsten Reifenprofil nicht mehr lassen. So lenkt man stolz seinen Bock in den "Sulper" (rheinhessisch für Matsch und Schmutz), um mit einem Klumpen Dreck auf dem Buckel wieder heraus zu waten. Die anschließende Grobreinigung mit dem Stöckchen oder dem Zeigefinger vor Fortsetzung der Tour ist was für echte Babselbiker. In dieser Jahreszeit muß der Geländefahrer Kompromisse machen, man tröstet sich notgedrungen mit Beton. Das Schöne an der rheinhessischen Landschaft aber ist der weite Blick, die sanften Hügel und das milde, trockene Wetter. Die gelegentlich als "Winzahara" verspottete, besonders im Winter sehr eintönige agrovine Industrielandschaft hat ihre versteckten Reize und viele romantischen Ecken. In der kalten Jahreszeit verprellte Augen entschädigt sie im Sommer und Herbst durch ihren Farbenreichtum, fantastische Wolkenpanoramen und grandiose Sonneruntergänge. Bei Oppenheim und Nierstein gibt der Rhein in zwei gewaltigen Kurven einen fantastischen Vordergrund für den Blick zu Taunus und Odenwald, bei klarer Sicht auch zur Silhouette von Frankfurt, dem Mannheimer Fernsehturm und den Steinbrüchen von Schriesheim. Ganz weit im Osten ahnt man gerade noch den Spessart.
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